Beim Drabble Dienstag bekommt man auf Instagram drei Begriffe, aus der man eine Geschichte mit genau 100 Wörtern schreiben muss. Bei mir entstehen so kleine Szenen aus der Welt der „Hüterin der magischen Wesen“: manchmal lustig, manchmal geheimnisvoll und gelegentlich mit Hinweisen auf Dinge, die erst in einem späteren Band wichtig werden. Hier sammle ich sie alle.
6.10.26: Spiegel, Versprechen, Nebel
Vor lauter Buchkorrekturen habe ich letzte Woche doch glatt den Drabble Dienstag vergessen. 😅 Aber aus der Vorgabe für diese Woche ist ein kleiner Einblick in Eriks Gedanken gegen Ende von „Die Geister in Köln“ geworden.
Ich stieg aus der Dusche und wischte erst einmal energisch den Nebel vom Spiegel. Eigentlich hätte ich besser kalt duschen sollen. Diese Nähe zu Alex – da kam mein Körper natürlich auf dumme Gedanken.
Ich hatte ihr mein Versprechen gegeben, sie zu beschützen. Sie Magie zu lehren. Aber je näher sie mir kam, umso schwieriger wurde es für mich. Ich durfte nicht die Kontrolle verlieren. Der Preis wäre zu hoch.
Heute würde sie beweisen müssen, was sie gelernt hatte. Ob sie es schaffen würde? Und welche Rolle spielte der Seelensammler bei dem Ganzen? Ich brauchte erstmal einen verdammt starken Kaffee!
22.9.26: Buchhandlung, Drache, Skizze
Hier ist Alex mal alleine unterwegs:
Ich schaute noch einmal auf Linnéas Skizze. Sollte sich in dieser Buchhandlung tatsächlich ein Drache eingenistet haben? Sehr ungewöhnlich, denn Drachen bevorzugten Geld, Gold und andere Reichtümer. Doch auch der Laden war ungewöhnlich: versteckt in einer Hamburger Seitengasse, spezialisiert auf Atlanten und alte Karten. Ich öffnete die Tür und tatsächlich klingelte ein kleines Glöckchen über meinem Kopf. Etwas Kleines schoss zwischen den Regalen hervor und sprang an mir hoch. Ein junger Drache.
„Entschuldigen Sie den Welpen“, rief eine Männerstimme hinter dem Tresen. „Er ist noch etwas ungestüm.“
Der Drache bellte und ich musste lachen. Er gab sich als Hund aus.
15.9.26: Komet – Werwolf – Wurzel
Diese Wortkombination hatte es wirklich in sich. Herausgekommen ist eine kurze Szene mit Erik, einige Zeit vor den Geschehnissen in Hamburg.
Erik stocherte lustlos mit einer Wurzel im Feuer. Was hatte er sich nur dabei gedacht? Natürlich war es reizvoll, den Kometen aus der Dunkelheit des Waldes zu beobachten. Aber genauso reizvoll wäre seine Begleitung im Hotelzimmer gewesen. Wobei, wenn er es sich recht überlegte, stand er nicht sehr auf Werwolf-Spielchen im Bett. Er seufzte. Wenigstens hatte er hier seine Ruhe und musste nicht mit einer Plastikmaske die dralle Schönheit durchs Hotel jagen. Er ließ sich auf seinem Schlafsack nieder, um den Himmel zu beobachten und ein Quentchen Magie von dem Kometen einzufangen. Allmählich wurde er zu alt für das alles.
8.9.2026: Bambus – Balance – Seele
Beim heutigen #DrabbleDienstag lauten die drei Begriffe: Bambus – Balance – Seele.
Zuerst hatte ich ein paar lustige Ideen mit Erik im Dschungel, aber die passten einfach so gar nicht. Dann fiel mir ein, dass daraus wunderbar eine Szene mit Tante Rosie werden könnte. Und einen kleinen Vorgeschmack auf „Die Geister in Köln“ gibt es gleich dazu: Tante Rosie wird darin nämlich noch einmal einen Auftritt haben. 😉
Rosie griff nach dem Bambus, um nicht aus der Balance zu geraten, und dankte innerlich ihrem Schwager, dass er ihn genau dort gepflanzt hatte. Möge seine Seele friedlich ruhen. Mit noch immer zittrigen Knien hielt sie sich an den kräftigen Halmen fest. Alex’ Vater hatte sogar an eine Wurzelsperre gedacht. Andernfalls hätte sich die Pflanze längst im ganzen Garten ausgebreitet. Stattdessen war sie nur in die Höhe geschossen und inzwischen so stabil, dass sie Rosie auffangen konnte. Was Alex wohl gerade machte? Hatte sie die Magie in sich inzwischen wirklich akzeptiert? Oder wehrte sie sich noch immer gegen ihr Erbe?
1.9.2026: Feuer – Schnee – Abend
Diese kleine Szene spielt kurz nach dem ersten Treffen meiner Romanfiguren Alex und Erik auf dem Siegburger Mittelaltermarkt. Die Kurzgeschichte gibt es hier kostenlos zum Herunterladen!
Ich hasste die Kälte. Meine Magie war die der Hitze, des Feuers. Deshalb war mir Schnee einfach zuwider. Normalerweise betrank ich mich mit Met am Abend hier auf dem Siegburger Mittelaltermarkt. Aber heute wollte ich mehr über die Apothekerin erfahren. Also blieb ich im Schatten verborgen und verfluchte meine Entscheidungen.
Warum hatte sie auch nur den Dämonen als solchen erkennen können? Was waren ihre magischen Fähigkeiten, von denen sie anscheinend nichts wusste. Ich redete mir erfolgreich ein, dass das der einzige Grund war, weshalb ich sie beschattete. War es wirklich schon soweit mit mir gekommen, dass ich zum Stalker wurde?
25.8.2026: Versprechen – Atemzug – Narben
Dieser Text zeigt Eriks Gedanken zwischen Band 2 und 3, während er von Frankfurt nach Köln fährt, nachdem Alex von den Geistern entführt wurde. Viel Spaß beim Lesen!
Wie hatte ich nur so dumm sein können, Alex dieses Versprechen zu geben? Ich hätte es besser wissen müssen!
Der Karmann Ghia fuhr durch die Nacht nach Köln. Zum Glück hatte ich ihn neben vielen anderen Zaubern auch mit einem Tarnzauber versehen – so würde ich wenigstens nicht geblitzt werden bei der Geschwindigkeit. Ich nahm einen tiefen Atemzug und fuhr mit der Hand über die Narben an meinem Arm. Die Narben, die mein Vater mir verpasst hatte.
Ich würde Alex beschützen. Vor ihm. Vor allem anderen, das ihr schaden wollte. Kostete, was es wolle! Dieses Versprechen nahm ich verdammt ernst.
